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Gute Brutsaison für die Brachvögel in Bayern dank intensivem Wiesenbrüterschutz

Siebert, Ina [Ina Siebert2] - 8. Aug 2026, 16:09
Der größte Watvogel in Europa ist der → Große Brachvogel (Numenius arquata) mit einer Körperlänge von bis zu 60 Zentimetern und einer Spannweite von bis zu 1 Meter. Markant ist auch sein bis zu 19 Zentimeter langer, gebogener Schnabel. Im Verhältnis zum Körper hat kein anderer mitteleuropäischer Vogel einen solch langen Schnabel. Damit pickt und stochert er meist nach Insekten, Schnecken, Regenwürmern und Krebstieren.
Großer Brachvogel, (c) Jürgen Podgorski/NABU-naturgucker.de
Großer Brachvogel
(c) Jürgen Podgorski/NABU-naturgucker.de
Er lebt auf Feuchtwiesen und extensivem Grünland, ursprünglich wohl vor allem in Mooren. Seinem Brutplatz bleibt der mit bis zu 30 Jahren sehr langlebige Bodenbrüter treu – selbst wenn die Wiese in einen Acker umgewandelt worden ist. Derartige Umwandlungen oder die Intensivierung der Nutzung gelten als Hauptgefährdungsursachen. In Deutschland ist der Große Brachvogel vom Aussterben bedroht: Nur etwa 3.200 Paare bis 4.000 Paare brüten hier.[1] Bis zu 230.000 Bachvögel halten sich als Zugvögel aus Skandinavien und Sibirien im Wattenmeer auf.[2] Mit einem Bestand von etwa 470.000 Individuen und Rückgängen um 25 bis 29 Prozent gilt der Brachvogel in Europa als potenziell gefährdet. 37 Prozent der Population leben in Finnland, 29 Prozent im europäischen Teil Russlands und 25 Prozent in Großbritannien.[3]
Große Brachvögel, (c) Andreas Stern/NABU-naturgucker.de
Große Brachvögel
(c) Andreas Stern/NABU-naturgucker.de
Einen großen Erfolg vermeldet in diesem Jahr der LBV in Bayern: Dank Schutzmaßnahmen in mehreren Wiesenbrütergebieten konnten so viele Jungvögel flügge werden wie seit Jahren nicht mehr. Im Altmühltal sind es 36 Jungvögel von knapp 40 Brutpaaren, im Donaumoos 15 Jungvögel von 23 Paaren. Gelungen ist dies durch ständige Naturschutzarbeit während der gesamten Brutsaison, die in diesem Jahr die zusätzliche Herausforderung der außergewöhnlichen Trockenheit bewältigen musste. So wurden einzelne ausgetrocknete Senken mit Wasser aus Tanks befüllt, um Nahrungsflächen zu erhalten. Weitere Maßnahmen waren abgestimmte Mahd, Verbesserung der Lebensräume, Schutz vor Fressfeinden durch Elektrozäune und eine intensive Betreuung der Brutgebiete. Dieser Erfolg bestätigt die Zusammenarbeit von Landwirt*innen, Ehrenamtlichen und Behörden. Damit sich die Population in Bayern langfristig selbst erhalten und wieder wachsen kann, müssen dauerhaft genügend Jungvögel flügge werden. Vom Schutz des Großen Brachvogels und anderen Wiesenbrütern profitieren auch die Menschen, denn Feuchtwiesen und Moore speichern Wasser und können dazu beitragen, sowohl die Folgen von Trockenheit als auch von Starkregen abzumildern.[4]


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