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Trockenheit und Hitze schädigen Wälder in Deutschland

Siebert, Ina [Ina Siebert2], Schulemann-Maier, Gaby [Gaby Schulemann-Maier] - 31. Mär 2023, 07:25
Bevor die Menschen sesshaft wurden, war Mitteleuropa zu 80 Prozent mit Laubwäldern bedeckt. Häufigste Baumarten waren→ Rot-Buchen (Fagus sylvatica), → Eichen (Quercus), → Gewöhnliche Hainbuchen (Carpinus betulus), → Linden (Tilia) sowie → Birken (Betula) weiter im Norden. Ab dem 19. Jahrhundert wurden die durch Rodung und wirtschaftliche Übernutzung degradierten Wälder in Deutschland vor allem mit Nadelbäumen wie → Fichten (Picea) und → Kiefern (Pinus) aufgeforstet.
Gewöhnliche Fichten nach Orkan Kyrill, Trockenheit und Borkenkäfer-Befall in Nordrhein-Westfalen, (c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de
Gewöhnliche Fichten nach Orkan Kyrill, Trockenheit und Borkenkäfer-Befall in Nordrhein-Westfalen
(c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de
Heute hat der Wald einen Anteil von einem Drittel der Landesfläche. Fichten und Kiefern sind zu jeweils rund einem Viertel in den Wäldern vertreten, Buchen zu 16 Prozent sowie Eichen zu 10 Prozent. Seit 1984 wird der Zustand des Waldes systematisch erhoben und anhand des Kronenzustands bewertet. Die mittlere und deutliche Kronenverlichtung aller Baumarten hat seitdem zugenommen. Nur 21 Prozent der untersuchten Bäume haben keinen Kronenschaden.
Buchenwald in Hessen im Frühling, (c) Hubertus Schwarzentraub/NABU-naturgucker.de
Buchenwald in Hessen im Frühling
(c) Hubertus Schwarzentraub/NABU-naturgucker.de
Insbesondere Bäume mit einem Alter von mehr als 60 Jahren sind geschädigt. Insgesamt ist der Zustand des Waldes im Jahr 2022 vergleichbar mit dem Vorjahr. Bei den Fichten ist die Absterberate gestiegen, bei Kiefern, Buchen und Eichen leicht gesunken. Trockenheit und Hitze setzen den Bäumen zu. Sie reagieren empfindlich auf die Folgen des Klimawandels, wodurch die Ökosystemdienstleistungen der Wälder insgesamt gefährdet werden.[1]
Geschädigte und abgestorbene Fichten in Rheinland-Pfalz, (c) Elke Sinaga/NABU-naturgucker.de
Geschädigte und abgestorbene Fichten in Rheinland-Pfalz
(c) Elke Sinaga/NABU-naturgucker.de
Gemeinsam mit dem Jahr 2018 war 2022 das wärmste in Deutschland gemessene Jahr seit 1881. Es wurde eine Jahresmitteltemperatur von 10,5 °C erreicht. Vor 2014 lagen die Jahresdurchschnittstemperaturen noch durchgängig unter 10 °C. Seitdem wurde dieser Wert bereits fünfmal überschritten. Gleichzeitig fielen rund 15 Prozent weniger Niederschlag als im Vergleich der Referenzperiode 1961 bis 1990. Mit 2024 Sonnenstunden gab es seit dem Messbeginn 1951 kein sonnenreicheres Jahr. Steigende Temperaturen erhöhen das Risiko für Wetterextreme und Naturgefahren.[2]


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