NABU|naturgucker Akademie

Farne, Schachtelhalme, Bärlappe Aufbauwissen

Die Gefäßsporenpflanzen gehören zu den ältesten Pflanzengruppen der Erde und zeigen spannende Besonderheiten.
Sie gehören zu den ältesten Pflanzengruppen der Erde und haben bereits lange vor den Blütenpflanzen ganze Wälder gebildet: Farne, Schachtelhalme und Bärlappe. Ihre Entwicklungsgeschichte reicht mehr als 300 Millionen Jahre zurück, und noch heute lassen sich ihre faszinierenden Formen und Lebensweisen in unseren Landschaften entdecken. Farne beeindrucken mit ihren filigranen, gefiederten Blättern, Schachtelhalme tragen ihre markanten Gliederstängel und die seltenen Bärlappe erinnern mit ihren immergrünen Trieben an kleine Nadelbäume. Gemeinsam bilden sie eine spannende Welt jenseits von Blüten und Früchten. In Deutschland wachsen zahlreiche Arten dieser Gruppen. Manche davon sind häufig und weithin bekannt, andere wiederum sind nur in ganz speziellen Lebensräumen zu finden.
Ab November 2026 könnt ihr im Aufbaukurs „Farne, Schachtelhalme und Bärlappe” euer Pflanzenwissen in 18 Lernstunden vertiefen. Ihr erhaltet Hintergrundinformationen zu Biologie und Ökologie dieser drei uralten Pflanzengruppen und übt das Bestimmen ausgewählter hierzulande vorkommender Arten.
Hier noch ein Tipp: Es ist von Vorteil, wenn ihr bereits über grundlegende Kenntnisse von Pflanzen verfügt. Dann dürfte euch die Beschäftigung mit dem Aufbaukurs „Farne, Schachtelhalme und Bärlappe” leichterfallen. Intensive Einblicke in die „grüne Welt“ vermittelt das sehr umfangreiche Lernangebot → Pflanzen Grundwissen. Für einen schnellen Einstieg ist der Kurs → Pflanzen kompakt geeignet.
Sprossender Bärlapp (Lycopodium annotinum), (c) Gerold Franke/NABU-naturgucker.de
Sprossender Bärlapp (Lycopodium annotinum)
(c) Gerold Franke/NABU-naturgucker.de
Lea Bizer
Schon als Kind hatte Lea gerne viel Zeit an der frischen Luft verbracht. 2017 entschied sie sich schließlich für ein Studium der Umweltnaturwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Begeisterung für die heimische Flora und Fauna wurde schnell geweckt und sie vertiefte sich sowohl im Studium als auch privat in die zunächst übermannend wirkende Welt der Pflanzen. Durch Freizeitaktivitäten wie Bergsteigen und Klettern entwickelte sie außerdem eine große Faszination für alpine Arten und Lebensräume.
Im Rahmen ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich mit dem Wandel der Pflanzengesellschaften auf den Allmendweiden im Südschwarzwald. Dabei standen die bedrohten und artenreichen Borstgrasrasen im Fokus. Während eines fünfmonatigen Praktikums bei der schweizerischen Naturschutzorganisation Pro Natura leitete sie Exkursionen über den Aletschgletscher, den größten Gletscher der Alpen, und durch den angrenzenden Aletschwald. Das gemeinsame Draußensein empfand sie sowohl als Exkursionsteilnehmerin als auch als Exkursionsleiterin stets als bereichernd und als wirkungsvolles Mittel, um Menschen für unsere Natur und deren Schutz zu begeistern.
Für die NABU|naturgucker-Akademie arbeitet Lea an der Konzeption des Kurses Farne, Schachtelhalme und Bärlappe. Außerdem gibt sie ihr umfassendes Wissen während der von NABU|naturgucker-Reisen in Zusammenarbeit mit der NABU|naturgucker-Akademie veranstalteten Praxistage „Feldbotanische Entdeckungen im Schwarzwald“ weiter, siehe unten.
Lea Bizer, (c) Lukas Kuwaczka
(c) Lukas Kuwaczka
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… erkennen mithilfe interaktiver Übungen und Bestimmungsaufgaben 45 Arten von Häufigkeit oder naturschutzfachlicher Bedeutung.
Inhalte: Liste der ausgewählten Arten, Artporträts
 
Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia), (c) Thomas Schiffer/NABU-naturgucker.de
Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia)
(c) Thomas Schiffer/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen die grundlegenden Fachbegriffe der biologischen Systematik und Taxonomie.
Inhalte: Taxonomische Rangstufen (Reich, Abteilung, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art); binäres Namensgebungssystem
… können Gefäßsporenpflanzen von Moosen und Samenpflanzen abgrenzen und die Entstehung der Großgruppen zeitlich einordnen.
Inhalte: Stellung der Gefäßsporenpflanzen innerhalb des Pflanzenstammbaums; Merkmale Gefäßsporenpflanzen u. Unterschiede zu Moosen und Samenpflanzen; Doppelgänger in Gruppen der Moose und Samenpflanzen; Entstehungsgeschichte pflanzlicher Großgruppen
… erkennen 12 wichtige Pflanzenfamilien und deren Unterscheidungsmerkmale.
Inhalte: Familienporträts; Bedeutung und Diversität der jeweiligen Familien
… erkennen 15 wichtige Gattungen und deren Unterscheidungsmerkmale.
Inhalte: Gattungsporträts; Bedeutung und Diversität der jeweiligen Gattungen
… wissen um bedeutende ausgestorbene Familien, Gattungen und Arten.
Inhalte: Ausgestorbene Familien als erste Vertreter der Gefäßsporenpflanzen; Bedeutung der ausgestorbenen Gefäßsporenpflanzen im Karbon
Fossiler Schachtelhalm (Calamites sp.) aus dem Karbon, (c) Gaby Schulemann-Maier/NABU-naturgucker.de
Fossiler Schachtelhalm (Calamites sp.) aus dem Karbon
(c) Gaby Schulemann-Maier/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen die gängige Bestimmungsliteratur und Websites für Gefäßsporenpflanzen und üben den Umgang damit.
Inhalte: Rothmaler, Schmeil-Fitschen, Flora vegetativa, Farne, Schachtelhalme und Bärlappe – Der Naturführer zu den Farnpflanzen Mitteleuropas, iFarne, Blumen in Schwaben
… lernen den Umgang mit Bestimmungs-Apps und wissen um deren Limitierung.
Inhalte: Flora incognita, iNaturalist, Pl@ntNet
… kennen die bestimmungsrelevanten Merkmale und deren Terminologie.
Inhalte: Form der Blattspreite, Fiederung der Blattspreite, Form von Sori und Schleier, Spreuschuppen und Behaarung etc.
Gewöhnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) mit Sori
(c) Rita Priemer/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen den Generationswechsel der Farnpflanzen und können die verschiedenen Entwicklungsstadien benennen.
Inhalte: Unterscheidung Gametophyt und Sporophyt; Abfolge der Entwicklungsstadien; Isosporie und Heterosporie
… kennen den Aufbau von Farnen, Schachtelhalmen und Bärlappen sowie die Terminologie zur Beschreibung der Merkmale und Merkmalsausprägungen.
Inhalte: Wurzel, Spross, Blatt; Morphologie der Merkmale
… wissen um die verschiedenen Möglichkeiten der Sporenverbreitung.
Inhalte: Verbreitung über Wind und Wasser, Endozoochorie
Gewöhnlicher Flachbärlapp (Diphasiastrum complanatum), (c) Hans Prün/NABU-naturgucker.de
Gewöhnlicher Flachbärlapp (Diphasiastrum complanatum)
(c) Hans Prün/NABU-naturgucker.de
… kennen verschiedene Formen der vegetativen Vermehrung.
Inhalte: Vegetative Vermehrung über unterirdische und oberirdische Rhizome, Wurzelknospen, Bulbillen etc.
… wissen um die Existenz von Hybriden und kennen deren Entstehung.
Inhalte: Beispiele für Hybriden aus den Farnen, Bärlappen und Schachtelhalmen; Vorgang der Hybridisierung; Artbildung
… kennen tierische Schädlinge sowie die Schutzmechanismen der Farnpflanzen gegen Fraßfeinde.
Inhalte: Chemische Abwehrstoffe, verholzendes Gewebe etc.
… kennen die Bedeutung von Mykorrhizapilzen für bestimmte Farne und Bärlappe.
Inhalte: Symbiose; Einfluss atmosphärischer Stickstoffeinträge auf den Pilz sowie resultierende Gefährdung auf die Pflanze
Asplenium x alternifolium, ein Farn-Hybride der Gattung Asplenium, (c) Jürgen Beurle/NABU-naturgucker.de
Asplenium x alternifolium, ein Farn-Hybride der Gattung Asplenium
(c) Jürgen Beurle/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen verschiedene Klassifikationssysteme von Lebensräumen.

Inhalte: EUNIS, FFH-Lebensraumtypen; Pflanzensoziologie
… kennen charakteristische Lebensräume von Gefäßsporenpflanzen.
Inhalte: Vorstellung von „Gefäßsporenpflanzen-Lebensräumen“ wie z. B. Felsspalten und Mauerfugen, Moorwälder, Schlucht- und Hangmischwälder, Auenwälder
… kennen Charakterarten verschiedener Lebensräume und wissen um deren Vergesellschaftung.
Inhalte: z. B. Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) und Dorniger Schildfarn (Polystichum aculeatum) als kennzeichnende Arten der Schluchtwälder; Nennung weiterer kennzeichnender Arten außerhalb der Gefäßsporenpflanzen
… kennen Standortfaktoren charakteristischer „Gefäßsporenpflanzen-Lebensräume“ und die physiologischen Anpassungen der Arten an diese.
Inhalte: Wiederholung Zeigerwerte; charakteristische Anpassungen: z. B. Zentralhöhle der Schachtelhalme zum Luft- und Wassertransport, zarte Beblätterung an feuchten und schattigen Standorten
… kennen Primär- und Sekundärstandorte verschiedener Arten.
Inhalte: Vorkommen in natürlichen Ökosystemen und spätere Förderung durch den Menschen (z .B. Vierblättriger Kleefarn (Marsilea quadrifolia): Große Flussauen → Schweineweiden)
Die Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) wächst oft in Mauerritzen, (c) Klaus Großberger/NABU-naturgucker.de
Die Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) wächst oft in Mauerritzen
(c) Klaus Großberger/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… können den Gefährdungsstatus von Farnen, Schachtelhalmen und Bärlappen mithilfe der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen überprüfen.
Inhalte: Rote Listen auf Länder- und Bundesebene;, Gefährdungskategorien
… beachten die rechtlichen Grundlagen für das Betreten von Lebensräumen unter besonderer Berücksichtigung von Schutzgebieten.
Inhalte: Verhaltensregeln zum Betreten von Lebensräumen; Sammelbeschränkung nach Bundesartenschutzverordnung und Verordnung (EG) Nr. 338/97
… kennen die Ursachen für den Rückgang von Gefäßsporenpflanzen.
Inhalte: Landnutzungsänderungen (Aufgabe historischer Landnutzung, Sukzession, Trockenlegung von Feuchtgebieten), atmosphärische Stickstoffeinträge, Klimawandel, Pteridomanie
… benennen Möglichkeiten zum Erhalt von Gefäßsporenpflanzen.
Inhalte: FFH-Richtlinie; gesetzlich geschützte Biotope; konkrete Schutz- und Fördermaßnahmen: Reduktion von Treibhausgasemissionen, Wiederaufnahme von historischen Landnutzungsformen, Wiedervernässung von Mooren, Kletterverbote etc.
… kennen bedeutende Neophyten sowie heimische invasive Arten, deren Einfluss auf heimische Arten/Lebensräume und Möglichkeiten zur Bekämpfung.
Inhalte: Definition Neophyten; Gefahrenpotenzial; Möglichkeiten der Bekämpfung; gesetzliche Grundlagen; Tipps für den eigenen Garten
Neophyt aus Amerika: Großer Algenfarn (Azolla filiculoides), (c) Helge May/NABU-naturgucker.de
Neophyt aus Amerika: Großer Algenfarn (Azolla filiculoides)
(c) Helge May/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… lernen den Umgang mit Lupe und weiterem Bestimmungswerkzeug.
Inhalte: Ausrüstungs- und Anwendungstipps
… können beurteilen, welche Pflanzenexemplare sich optimal zur Bestimmung eignen.
Inhalte: Kriterien (z. B. ausgewachsene, fertile Pflanzen)
… recherchieren Beobachtungsangaben von ausgewählten Pflanzen in ihrer Umgebung auf → NABU-naturgucker-beobachtungen.de und legen eigene Beobachtungsgebiete an.
Inhalte: Datenqualität; Nutzung von NABU-naturgucker-beobachtungen.de
… wissen, wie sie Prothallien und Sporophyten aus eigens geernteten Sporen ziehen können.
Inhalte: Anleitung zur Kultivierung von Farnarten zur Veranschaulichung des Generationswechsels
Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum), (c) Wolfgang Piepers/NABU-naturgucker.de
Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)
(c) Wolfgang Piepers/NABU-naturgucker.de
Die NABU|naturgucker-Akademie hat in Kooperation mit NABU|naturgucker-Reisen besondere Exkursionsangebote entwickelt, bei denen das gemeinsame Lernen an landschaftlich reizvollen und artenreichen Orten im Mittelpunkt steht: die Praxistage. Sie werden von erfahrenen Artenkenner*innen geleitet, die ihr Wissen an die Teilnehmenden weitergeben. Im Rahmen der Praxistage könnt ihr das in unseren Online-Kursen Erlernte vielfältig anwenden. Umgekehrt könnt ihr auch erst bei den Praxistagen dabei sein und währenddessen oder anschließend euer neu erworbenes Wissen mit unseren E-Learning-Angeboten vertiefen – ihr habt die Wahl!
Die Praxistage „Feldbotanische Entdeckungen im Schwarzwald“ richten sich an alle, die Pflanzen lieben und mehr über sie erfahren möchten – von Farnen und Moorpflanzen bis hin zu Orchideen und subalpinen Blüten-Schönheiten. Gemeinsam mit den erfahrenen Botaniker*innen Lea Bizer und Arnold Planker durchstreift ihr vom 07.06.2026 bis 11.06.2026 unterschiedliche Lebensräume wie Hochstaudenfluren, Zwergstrauchheiden und strukturreiche Wälder.
Dabei begegnen ihnen bemerkenswerte Arten wie Türkenbund-Lilie, Rundblättriger Sonnentau oder Gewöhnlicher Flügelginster. Die Exkursionen sind abwechslungsreich und anspruchsvoll: Herausfordernde Aufstiege und landschaftlich eindrucksvolle Routen verbinden sich mit fundierter Naturvermittlung, ergänzt durch abendliche Bestimmungsübungen und Fachvorträge.
Und falls ihr euch für Moose interessiert, hätten wir einen weiteren → Praxistage-Tipp für euch.
Hinweis: Die Praxistage können auch ohne Unterkunft, aber mit Verpflegung gebucht werden.
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), (c) Ralph Bergs/NABU-naturgucker.de
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
(c) Ralph Bergs/NABU-naturgucker.de