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Waldbrandrisiko in Europa steigt durch den Klimawandel

Siebert, Ina [Ina Siebert1] - 18. Sep 2026, 08:21
Der europäische Kontinent erwärmt sich durch den Klimawandel am schnellsten. Höhere Temperaturen und längere Trockenperioden verstärken das Risiko für Waldbrände – selbst in Regionen, die bislang weniger betroffen waren. Ausgelöst werden die Brände überwiegend von Menschen, wenn beispielsweise Zigaretten weggeworfen oder Lagerfeuer nicht richtig gelöscht werden. Daher gehören auch Aufklärungskampagnen zu den Vorsorgemaßnahmen.
Waldbrand auf Zypern im März 2025, (c) Jörg Chmill/NABU-naturgucker.de
Waldbrand auf Zypern im März 2025
(c) Jörg Chmill/NABU-naturgucker.de
Eine aktuelle Studie unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und mit Beiträgen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zeigt das künftige Risiko für Waldbrände in Europa. Selbst in einem Szenario mit reduzierten Emissionen (SSP1-2,6) nimmt die jährlich von Bränden betroffene Fläche gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2030 um 39 Prozent zu. Im Szenario mit hohen Emissionen (SSP3-7.0) wären es gar 192 Prozent. Verbesserungen bei der Brandbekämpfung können diese Zuwächse zwar abmildern, doch erhöht sich die Brandaktivität auch dann bei starkem Klimawandel in den gefährdeten Regionen um etwa 55 Prozent. Wetterbedingungen, die Brände begünstigen, sowie Bekämpfungsmaßnahmen sind auf kontinentaler Ebene die wichtigsten Einflussfaktoren. Auf regionaler Ebene spielen Bevölkerungsdichte, Landnutzung und Veränderungen in der Vegetation eine Rolle. Sowohl Klimaschutz als auch Anpassung an den Klimawandel sind notwendig, um das künftige Waldbrandrisiko zu reduzieren.[1]
Waldbrandfläche in Brandenburg im Januar 2016, (c) Martin Badack
Waldbrandfläche in Brandenburg im Januar 2016
(c) Martin Badack
Waldbrände gefährden Menschen und Infrastruktur sowie die Biodiversität. Zahlreiche Studien haben die direkten Folgen von Bränden auf Flora und Fauna untersucht. Forschende der ETH Zürich und der Universität Bern sind der Frage nachgegangen, wie sich die Rauchbelastung aus Feuern auf die Artenvielfalt der Vögel auswirkt. Dazu haben sie Daten des North American Breeding Bird Survey der Jahre 2008 bis 2022 für die USA in Kombination mit hochauflösenden Satellitenbildern ausgewertet. Bei einer stärkeren Rauchbelastung eines Gebiets verringerten sich in der folgenden Brutsaison sowohl die Zahl der Arten als auch der Individuen einer Art sogar außerhalb der eigentlichen Brandgebiete. Am stärksten zeigen sich die negativen Auswirkungen in den nordamerikanischen Wüsten und den östlichen gemäßigten Wäldern. Die Rauchbelastung durch Waldbrände trägt demnach zum Verlust an biologischer Vielfalt bei und verursacht zusätzliche Kosten, die weitgehend nicht beziffert werden können. Bei der Brandbekämpfung sollte künftig auch auf den Schutz gefährdeter Arten und Ökosysteme in Windrichtung geachtet werden, und Kennzahlen zur Rauchbelastung sollten in die Naturschutzplanung einbezogen werden. Die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme gegenüber klimabedingten Veränderungen des Brandregimes muss gestärkt werden.[2]

[1] Billing, M., M. Forrest, S. P. K. Bowring, et al. 2026. “Future Projections of Burned Area in Europe Highlight the Importance of Human Action.” Global Change Biology 32, no. 8: e71043. DOI: → 10.1111/gcb.71043
[2] Sarah Meier, Eric Strobl, The impact of wildfire smoke on local avian biodiversity, Journal of Environmental Economics and Management, Volume 139, 2026, 103379, ISSN 0095-0696. DOI: → 10.1016/j.jeem.2026.103379

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